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Baumhuettendoerfer & Kletterkrams


Diese Anleitung versucht so gut wie möglich für Eure Sicherheit zu sorgen, kann aber nicht persönliche Unterweisung und praktische Hilfe ersetzen. Daher frag am besten Leute, die es können, um Hilfe (z.B. professionelle KletterInnen).

Wenn Ihr Euch dazu entschieden habt, ein Baumhüttendorf zu bauen, dann solltet Ihr das so schnell wie möglich machen, d.h. alle Materialien bereithalten und so viele Bäume wie möglich auf einmal besetzen (siehe auch Kapitel Hüttendorfaufbau).

Baumhäuser
Es ist ungeheuer wichtig, daß Ihr Euch beim Baumhausbau auskennt - Knoten usw., sonst wird’s gefährlich. Erst erkundigen und dann bauen.

Trägerbalken an Stamm und Ästen festbinden (Polypropylenseil o.ä., mindestens 6mm), einen Rahmen bauen. Legt alten Teppich zwischen Balken und Stamm / Zweige, um den Baum vor Verletzungen zu schützen. Weitere Träger an diesem Rahmen anbringen. Dann einen Fußboden bauen (Bretter an den Rahmen nageln). Auf diese Plattform könnt Ihr dann einen Bender bauen - Haselzweige biegen und festbinden, so daß ein igluförmiges Gebilde entsteht. Darüber eine Plane legen und das ganze mit Teppich, Wolldecken u.ä. isolieren.


Walkways (Seilbrücken):
Auf den ersten Blick sind sie gar nicht zu sehen, und dann, nach und nach bemerkst Du mehr und mehr von diesen paarweisen, dünnen Seilen die in 20, 30, 40m Höhe zwischen den Bäumen aufgespannt sind - Walkways, eine Erfindung aus dem Stanworth Valley Baumhüttendorf (1995). Hier eine Bauanleitung.

1. Zuerst sucht Euch die besten Stellen aus, um die 2 Seile an den Bäumen zu befestigen. Walkways bestehen aus zwei Seilen, auf denen Ihr zwischen zwei Bäumen hin- und herlaufen könnt. Überlegt Euch gut, wie Ihr die Seile anbringt. Seile, die zu stark ansteigen, sind bei Regen oder Nebel so gut wie unbegehbar. Wenn die Seile zu dicht beieinander sind, wird es schwierig für große Menschen, sind sie zu weit auseinander, dann sind sie gefährlich für kleinere Leute. Am besten 1,5-2m auseinander.

2. Auf den Baum raufkommen: frei klettern, klettern mit Prussiks und Schlingen oder ein dünnes Seil mit einem Gewicht hochschiessen/werfen, an dem das Kletterseil befestigt ist. Wenn ihr das Kletterseil werft, rollt es vorher locker zusammen und werft das ganze Seil.


3. Kletterseil anbringen, siehe Bild 4/5, Achterknoten festziehen,um eine Astgabel legen und das Seilende durch die Schlaufe ziehen - das Seil ist jetzt zum hochklettern sicher angebunden. Besser ist allerdings, einen zurückgeführten Achterknoten zu machen, wobei das Seil 2x um die Astgabel gelegt wird (Bild 6).

Achterknoten Seil an Baum

4. Seilbrücken anbringen, siehe Bild 6. Um das erste Ende des Walkways am Baum festzumachen, wird ein einfacher Achterknoten gebunden , das eine Ende sollte ca. 1 bis 2 m lang sein (natürlich auch abhängig von der Dicke des Baumes). Es sollte lieber zu lang als zu kurz sein, da am Schluß noch 10 cm Seil aus Sicherheitsgründen übrig sein sollten . Diesen Teil des Polyprop(ylen)seils zweimal um den Baum schlingen, möglichst über einer Astgabel, damit es nicht runterrutschen kann. Danach wird das Ende durch den Achterknoten zurückgeführt und festgezogen - 10 cm übrig ? Walkways können aus billigem Polypropylen-Seil (10mm) bestehen (wenn dünner, dann muß das obere Seil doppelt genommen werden, wegen der Sicherheit).

Achterknoten an Baum befestigen

Jetzt mußt du nur noch das zweite Ende des Seils zum anderen Baum rüberbekommen...


5. Das andere Ende des Seiles zum anderen Baum rüberwerfen oder an einem Strick hochziehen. Dann von Ästen und Zweigen befreien - das kann eine Weile dauern - viel Glück und Spaß...

6. Seilbrücken anbringen - zweiter Teil - Für das zweite Ende wird mit einem "alpinen Schmetterlingsknoten" (alpine butterfly) eine Schlaufe vor dem Baum gemacht wie auf Bild 7 dargestellt, das Ende des Seiles wird einmal um den Baum geführt, durch die Schlaufe gezogen, gestrafft und mit halben Schlägen (Bild 8) befestigt.
Das Ende des Polypropylenseiles vor dem Schneiden mit Isolierband umwickeln oder verschmelzen, damit es nicht ausfranst.


Der Schmetterlingsknoten
Greift in das Seil, das vom anderen Baum kommt und wickelt es euch drei Mal um die Hand. Das dritte Mal durch die Mitte (siehe Numerierung an der Zeichnung). Danach lockert die Seile ein wenig und steckt das Stück Nr. 2 unter Nr. 1 und Nr. 3 durch, so daß es als Schlaufe wieder in Fingerrichting zeigt. Danach zieht ihr eure Hand heraus, ohne die Schlaufe loszulassen und zieht sie von allen Enden stramm.

Schmetterlingsknotenanleitung

Sichert euch an einem Tape (Bandschlinge) und hängt euch an dem Baum raus. Wenn der Knoten zu dicht am Baum ist, könnt ihr nicht mehr richtig spannen, darum solltet ihr euch besonders bei längeren Seilbrücken bemühen, möglichst weit vom Baum weg zu kommen. Macht den Knoten, zieht das Seilende einmal um den Baum herum und führt es durch die Schlaufe.
Danach spannt ihr das Seil, indem ihr am Seilende zieht. Die Knoten funktionieren nun wie ein Flaschenzug. Wenn ihr meint, das Seil steht genug unter Spannung, haltet das Seil dicht am Knoten fest.
Ihr befestigt das Seilende nun mit mindestens 3 halben Schlägen, wie auf Bild 8 zu sehen, die alle in die gleiche Richtung zeigen (wichtig!). Halbe Schläge, die in verschiedene Richtungen zeigen, lösen sich gegenseitig.

Spannen

Wenn ihr das erste Seil fertig habt, macht ihr das zweite Seil auf die gleiche Art. Belastet während des Spannens das erste Seil, indem ihr euch draufstellt, bzw. dranhängt. Das erste Seil müßte nun wieder etwas Spannung verloren haben und muß eventuell noch einmal nachgespannt werden.

Wenn Du davon überzeugt bist, daß alles sicher ist, dann versuche es mal. Vorsicht ist immer geboten. Wenn die Seile nicht richtig befestigt sind, dann könnte es Dein letzter Gang sein...

Diese Anleitung versucht so gut wie möglich für Eure Sicherheit zu sorgen, kann aber nicht persönliche Unterweisung und praktische Hilfe ersetzen. Daher frag am besten Leute, die es können, um Hilfe (z.B. professionelle KletterInnen).

Um (relativ) sicher auf den Walkways laufen zu können, brauchst Du noch einen Klettersitzgurt, 3 Karabiner und 2 Bänder (Kletterschlingenmaterial) oder 2 Stücke Kletterseil. Die Bänder / Seile werden mit einem Karabiner am Klettersitzgurt befestigt und am anderen Ende am oberen Seil eingehakt (Schlaufen mit Hilfe von Achterknoten (siehe Bild 4 oben) machen).
Cowtails
Anstelle von 2 Seilen kannst Du auch ein Seil nehmen und entsprechend knoten, das heißt dann cowtails auf Englisch (speziell geknotete oder genähte Schlinge mit drei Fixpunkten- Bild 9). Die Knoten, die hierfür benutzt werden, sind Achterknoten (siehe Bild 4 oben) und ein alpiner Schmetterlingsknoten. Einen Schmetterlingsknoten nicht ganz in die Mitte knoten (so daß ein kurzes und ein langes Ende entstehen) und jeweils einen Achterknoten an die Seilenden. Das Seil muß ungefähr 3,5 m lang sein, wobei Du unbedingt darauf achten solltest, daß Du im Hängen die Karabiner gut erreichen kannst. Die zwei Enden am Seil sind dafür da, daß Du von einem Walkway zum nächsten oder in einen Baum umwechseln willst. Mit zwei Schlaufen kannst Du Dich immer irgendwo mit dem Karabiner einklinken und mußt nicht ungesichert sein. Einfach das lange Seilende mit Karabiner an den nächsten Walkway anbringen und dann erst das zweite Ende rüberholen.

Wenn die zwei Seile des Walkways sehr dicht zusammen sind oder schlapp hängen, hilft es, die Ellbogen drüber zu hängen. Sind die zwei Seile nicht genau übereinander, dann ist es leichter, sich nach vorne zu lehnen.

Paß auf, daß Du Dich nicht mit Zweigen oder Karabinern bewußtlos schlägst. In Räumungssituationen trage Deinen Klettersitzgurt unter der Hose, damit die Polizei nicht einfach an Deinen Klettergurt einklinken kann.

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