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Um den Bau eines Bauprojektes (Straße, Parkhaus, ...) zu
verhindern, könnt Ihr die Baumaschinen am Arbeiten hindern. Dazu
solltet Ihr genau herausfinden, welche Maschinen wo arbeiten und wie Ihr
sie stoppen könnt.
Um Polizei und eventuelles Wachpersonal zu verwirren und Zeit zu gewinnen,
könnt Ihr den Bauplatz von verschiedenen Richtungen gleichzeitig
stürmen und auf verschiedene Plätze gleichzeitig abzielen. Wenn
der Bauplatz eingezäunt ist, dann überlegt Euch vorher, wie Ihr
durch oder über den Zaun kommt (Leitern, Teppich über dem
Stacheldraht legen, Werkzeuge zum Drahtschneiden,
Gerüststangen).
Bauplätze sind gefährlich und laut, bestimmt für
geordnetes Arbeiten und nicht für ‘chaotische
AktivistInnen’. FahrerInnen von Baumaschinen konzentrieren sich
normalerweise auf ihre Arbeit und könnten Euch deshalb leicht
übersehen oder überhören, vor allem da alle Fahrzeuge einen
toten Winkel haben. Denkt immer daran und paßt auf Euch selbst und
andere auf.
Eine Maschine anzuhalten ist einfach, auch wenn es am Anfang etwas
Mut und Überwindung braucht. Bleib vor allem ruhig. Geh an die
Maschine ran und stelle Dich in ihren Weg, so daß Dich die/der
FahrerIn sehen kann. Schau ihr/ihm in die Augen und gestikuliere, dabei
mach deutlich, daß Du da bleiben wirst. Es kommt vor, daß
der/die FahrerIn einfach weiterfährt, in der Überzeugung,
daß Du schon beiseite springen wirst. In so einer Situation kannst Du
Dich mit dem Rücken gegen die Maschine setzen. Wenn Du die Maschine
erst mal angehalten hast, kannst Du entweder drauf klettern oder Dich daran
anketten oder beides (sieh entsprechendes Kapitel).
MaschinenfahrerInnen werden schnell ärgerlich und gereizt
(vor allem, wenn Ihr es öfter macht). Versucht die Situation zu
entschärfen, indem Ihr freundlich und offen zu ihnen zu seid. Sie
werden Euch wahrscheinlich erzählen, daß es für sie nur ein
Job ist und daß sie zu Hause eine Familie sitzen haben, die sie
versorgen müssen. (Es gibt natürlich auch
‘ÜberzeugunggstäterInnen’) Versucht Provokationen zu
vermeiden, denn diese können leicht zur Eskalation von Gewalt
führen. BauarbeiterInnen sind meist viel größer und
stärker als wir und außerdem ist so was nicht das eigentliche
Ziel der Aktion. Achtet auf das Entstehen von gewalttätigen Situation
und versucht, ihnen vorzubeugen.
Der gesamte Arbeitsablauf ist nur so effektiv wie jedes einzelne
Glied in der Kette. Wenn z.B. ein Bagger mehrere Laster belädt, dann
wird das Stoppen dieses Baggers gleichzeitig den gesamten Arbeitsablauf
beenden. Oder wenn die Laster durch eine besonders enge Stelle fahren
müssen (z.B. Brücken, Tore, Ampeln), dann könntet Ihr einen
Laster genau da stoppen und damit alle anderen blockieren. Dies ist viel
ungefährlicher und einfacher als zu versuchen, alle Fahrzeuge einzeln
anzuhalten.
Ablenkungsgruppen, die wild durch die Gegend laufen, werden die
Aufmerksamkeit von Polizei oder Sicherheitskräften auf sich lenken,
während andere zu den Zielfahrzeugen gelangen können, um sich
festzuketten und/oder draufzuklettern. Ablenkungsaktionen auf anderen
Baustellen können auch die Bewachung weglocken.
Ziele auf dem Bauplatz
Bagger, Laster, Bulldozer: Bagger bewegen Erdmaterial und
zerstören. Laster bringen den Aushub entweder weg oder laden ihn
entlang der Trasse ab, wo er dann von Bulldozern “geformt”
wird. Anketten an die Baggerhydraulik und auf die Schaufel klettern. Auf
oder vor Lastern und Bulldozern sitzen hält sie nur für kurze
Zeit auf. Gut ist es, sich unter den Fahrzeugen anzuketten, aber nur wenn
der/die FahrerIn weiß, daß Du da bist. Es gibt natürlich
auch noch andere Methoden, um das Fahrzeug stillzulegen...
Kräne und Rammböcke: Kräne arbeiten an
großen Strukturen, z.B. Brücken oder heben schwere Materialien.
Rammböcke sind dazu da, Pfähle für die Fundamente in den
Boden zu rammen. Beide sind ausgezeichnet zum Transparente aufhängen
und rumklettern geeignet. Klettere so hoch wie möglich und blockiere
das oberste sich bewegende Rad mit einer Metallstange, was sie daran
hindern sollte, den Arm nach unten zu bewegen.
Bauplatzbüros und Wohncontainer: bieten die
Möglichkeit, an Arbeits- und Zeitpläne heran zu kommen und sind
ein wichtiges Ziel für Aktionen. Wenn Ihr nicht rein könnt, dann
klettert auf das Dach. Kleine Löcher, die im Dach manchmal (spontan)
auftauchen, werden für Überraschungen beim nächsten Regen
sorgen.
Zementmischer: Gut zum Transparente
aufhängen
Betonmischfahrzeuge: wenn sie länger als eine Stunde
aufgehalten werden, dann fängt der Beton in ihnen an, fest zu
werden...
Passiven Widerstand“ zu leisten, wenn ihr ergriffen
worden seid, wird mehreren Polizisten etwas zu tun geben, was anderen
AktivistInnen bessere Chancen gibt, ein Ziel zu erreichen. Dies kann z.B.
heißen, sich schlapp hinzulegen und ein totes Gewicht zu werden.
Mehrere Personen werden benötigt, um einen vollkommen entspannten
Körper zu tragen, welche sich dann wiederum in der Zeit nicht um
andere AktivistInnen kümmern können. Die Arme und Beine mit
Personen zu verschränken, die um euch sind, erschwert die Räumung
jedes/jeder einzelnen. Verständigt euch vorher mit den anderen, da sie
vielleicht nicht herumgezerrt werden wollen. Passiver Widerstand ist
außerdem eine friedliche Art, ihnen deutlich nicht zu gehorchen.
Blockaden
Blockaden dienen dazu, Fahrzeuge daran zu hindern, einen Platz zu
verlassen oder zu befahren, zu arbeiten oder auf einer Straße lang zu
fahren. Sie können die Arbeit erheblich behindern, wobei nur wenige
Leute dafür benötigt werden. Zunächst sucht Euch Euer Ziel
aus und dann entscheidet, was die effektivste Blockademethode ist. Dabei
müßt Ihr sichergehen, daß es keine Seitenausgänge
etc. gibt, da ansonsten die Blockade sinnlos ist. Dann entscheidet Euch
für den besten Zeitpunkt (meist kurz bevor das Fahrzeug losfahren
will). Zu früh und die Polizei wird Euch entfernen, ohne daß ein
Zeitverlust für die Maschine erreicht wurde. Zu spät und die
Blockade ist nutzlos. Plant im Detail, wie Ihr die Blockade aufbaut, wo Ihr
Euch vorher versteckt etc.. BeobachterInnen mit Handy oder CB sind wichtig.
Egal ob Ihr Tripods, Bügelschlosser, Ketten, Fahrzeuge etc. zum
blockieren benutzt, es ist absolut notwendig, alles vorher zu üben und
alle Materialien zu überprüfen.
Es kann sein, daß Ihr nur 30sek. zum Aufbau der Blockade
habt. Eine Ablenkungsaktion kann die Ankunft von Polizei und Wachpersonal
verzögern. Fahrräder können sowohl als schnelles
Transportmittel als auch als Blockade benutzt werden (zusammenketten und
sich drunter legen).
Eine andere Möglichkeit ist, das Fahrzeug anzuhalten, wenn es
sich auf seiner Fahrt befindet. Das geht nur, wenn das Fahrzeug langsam
fährt. Entweder vor einem Tunnel etc. anhalten oder Gegenstände
auf die Fahrbahn legen, Tripods errichten, mit einem Transparent die
Fahrbahn versperren. Denkt daran, daß bei so was Verkehrssicherheit
beachtet werden muß. Die Polizei wird es wahrscheinlich nicht
mögen, wenn Ihr eine öffentliche Straße blockiert und es
könnte daher Verhaftungen geben. Für Blockaden können auch
Straßenparties und Critical Mass (Fahrradkorso) genutzt werden (siehe
entsprechende Kapitel). Weiterhin kann eine Blockade aus aufgetürmten
Schrottautos errichtet werden.
Kranbesetzungen
Kräne werden für teures Geld tageweise gemietet. Jeder
Tag, an dem sie still stehen, kostet eine Menge Geld und bringt
außerdem ihre Planung durcheinander.
Du brauchst:
1. Alte, warme, wasserdichte Kleidung
2. Klettersitzgurt mit Sicherungsschlingen
3. Rucksack für Essen usw.
4. Energiehaltiges Essen (getrocknetes Obst, Nüsse)
5. Wasser (viel)
6. Plastiktüte als Toilette
7. Schlafsack
8. Großes Transparent für PassantInnen und Presse
9. Plattform (Planken oder eine Tür)
10. Seil, um Plattform zu befestigen
11. Plastikfolie o.ä. gegen Wind und Regen
12. Kocher, Topf und Teebeutel (für die de-luxe Version)
13. Funktelefon oder CB (mit Batterien)
14. Metallstange, um das oberste Rad des Krans zu blockieren
Das ist eine ganze Menge Zeug und schwierig, nach oben zu kriegen.
Nicht nur aus diesem Grund ist es empfehlenswert, den Kran mit 2 Personen
zu besetzen. Außerdem wäre ein Unterstützungsteam am Boden
günstig, das Euch hochhilft, darauf aufpasst, daß es Euch gut
geht und mit der Polizei verhandelt. Die beste Zeit zum Besetzen ist in den
frühen Morgenstunden, wenn niemand damit rechnet. Der britische Rekord
ist 6 Tage, 6 Std. und 38 min. beim Protest gegen die M65 Autobahn in
Nordengland 1994 (bravo Ivan!).
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