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Bezugsgruppen werden für eine Aktion gebildet oder bestehen
als langfristige Bindung. Sinnvollerweise sollten sie nicht aus mehr als 15
Personen bestehen (mit fünf Personen läßt sich auch schon
ziemlich viel anfangen). Die Menschen in der Gruppe arbeiten zusammen,
bauen Stärke und Vertrauen auf, machen die Planung und Auswertung
zusammen, führen Aktionen durch und unterstützen sich
gegenseitig.
Versuchen, die Welt zu verändern ist erschreckend und wirft viele
Hindernisse auf, interne wie externe - große Maschinen,
Familiendruck, Selbstzweifel, Polizei, Gewalt, Verzweiflung, Gerichte und
Gefängnis. Es ist sehr schwer, alleine mit all diesen fertig zu
werden, ohne ein unterstützendes Fundament ähnlich denkender,
einfühlsamer Menschen. Wenn unseren Sorgen und Ängsten
zugehört wird, können sie sich in Vertrauen verwandeln, zu
handeln und Risiken einzugehen für unsere Überzeugungen und
Visionen. In autonomen, nicht-hierarchischen Gruppen zu arbeiten hilft, uns
von der Kontrolle von „ExpertInnen“, PolitikerInnen und
„professionellen“ AktivistInnen zu befreien, die alle
Entscheidungen für uns treffen.
Auf Aktionen bedeuten Bezugsgruppen, daß jedeR Unterstützung
erfährt, z.B. wenn Menschen festgenommen werden. Personen in
Bezugsgruppen werden weniger leicht in Panik ausbrechen oder von
selbsternannten FührerInnen zu unangebrachten Handlungen angestiftet
werden. Gruppen können ihre Stärken und Fertigkeiten teilen,
indem sie eine bestimmte Rolle in einer Aktion übernehmen, z.B. ein
Tor blockieren, während andere ein Büro besetzen. Gruppen
können Aktionen auswerten und Schwung und Enthusiasmus in
zukünftige Aktionen tragen.
Gruppen werden nicht immun gegen Schwierigkeiten sein; informelle
Hierarchien können sich entwickeln. Enge kann emotionale
Bedürfnisse und Konflikte zwischen Personen in der Gruppe aufwerfen.
Diese Situationen müssen nicht unter den Teppich gekehrt oder als
Fehler gesehen werden. Wenn sie erforscht werden und von ihnen gelernt
wird, vielleicht mit Hilfe von außen, werden sie die Vorstellungen
erweitern und Veränderungen ermöglichen. Bezugsgruppen werden
hoffentlich Spaß machen!
Stellt sicher, daß niemand isoliert gelassen wird, wenn er/sie es
nicht so wünscht. Schlagt vor, daß Personen, die noch nicht in
einer Gruppe sind, eine Gruppe bilden. Solche Bezugsgruppen können
auch an dem Tag der Aktion gebildet werden, um Menschen im Bezug auf wie
weit sie gehen wollen, zusammenzubringen. Zum Beispiel können
Personen, die nicht verhaftet werden wollen, eine rechtliche
Unterstützungsgruppe bilden, während andere eine direkte
Aktionsgruppe bilden.
Sprecht vor der Aktion in eurer Bezugsgruppe über eure Ängste,
was die Aktion angeht und wie ihr damit umgehen wollt. Redet darüber,
wie ihr reagieren wollt, wenn z. B. Gewalt eskaliert (auf der Seite der
Bauarbeiter oder Polizei, wie auch auf eurer).
Bezugsgruppen können Zukunftsvisionen jetzt widerspiegeln:
unterstützende, respektvolle, nicht-hierarchische, auf Eigeninitiative
begründete, flexible, kleine und aktive Gruppen von Menschen. Sie sind
ein praktischer Schritt in die Richtung zu diesen Visionen.
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