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Vom Bagger bedrohtes Land wird zwar nur selten durch Besetzungen gerettet,
aber es verlangsamt das ganze Verfahren - die Räumung und die daraus
resultierende Verzögerung kosten viel Geld. Außerdem bietet das
Camp einen ausgezeichneten Fokus für die ganze Kampagne und ist
unheimlich interessant für die Presse - das bedeutet zwar mehr Arbeit
(Öffentlichkeitsarbeit), aber auch daß mehr Leute im ganzen Land
erfahren, was los ist. In Großbritannien hat die wiederholte
Besetzung von Straßenbauprojekten dazu geführt, daß das
gesamte Straßenbauprogramm um 80% gekürzt wurde.
Macht Euch zuerst mit dem Grundstück vertraut und wählt den
besten Platz für Euer Camp aus. Folgende Punkte sind dabei zu
beachten:
- Bäume: Hebebühnen haben oft eine maximale
Reichweite von 30 m. Je höher die Bäume, desto
besser.
- Wasser: Gibt es Überflutungsmöglichkeiten? Und
ist es sinnvoll? (Moor / Sumpf erschwert den Zugang für Bagger und
Hebebühne erheblich, allerdings könnte es ungemütlich
werden, wenn Ihr den Winter dort verbringen wollt. Vielleicht wäre es
möglich, das Gelände kurz vor der Räumung zu
überfluten? Denkt an die ökologischen
Schäden...)
- Steilhänge: Schwer erreichbar für schwere
Maschinen und sehr gut für Tunnelbau
- Wegerecht: Wie gut ist das Camp über
öffentliche Wege erreichbar? (für CampbewohnerInnen und
-BesucherInnen wichtig, Wegerechte gelten allerdings aber auch für
die Polizei)
- Erreichbarkeit von der nächsten Stadt aus /
Anschluß an ÖPNV (wichtig für
Öffentlichkeitsarbeit).
- Trinkwasser / Holz für Lagerfeuer
- Strategische Stellen - da wo die Baufirma ihren
Stützpunkt aufbauen will, würde Euer Camp doch viel besser
aussehen.
- Ökologisch oder symbolisch bedeutsame
Stellen
Wieviele Camps? Je mehr Camps da sind, desto mehr Beachtung wird
Euch die Presse schenken. Aber jedes Camp braucht auch eine Infrastruktur -
Essen, Wasser, Leute(!), Unterstützung.
Wichtig ist: vorausschauend planen!
Was gehört wo hin? (Feuer, Komposttoiletten, Gemeinschaftsraum /
Hütte / Zelt / Bender, Vorratslager, Wege). Die
Lebensmittelvorräte sollten gut zugedeckt werden, damit sie nicht
verderben. Aktenschränke sind gute und Ratten-sichere
Küchenregale. Kleiderspenden, Decken usw. trocken und nicht direkt auf
dem Boden lagern. Der Gemeinschaftsbender sollte nicht zu dicht am
Feuerplatz sein, so daß Leute am Feuer abends feiern können ohne
Schlafende zu stören.
Bender: sind billig und umweltfreundliche Behausungen. Sie
können mit Decken, Teppichen usw. isoliert und mit einem Ofen
ausgestattet werden, damit sie schön warm sind. Um einen Bender zu
bauen, werden Haselzweige (o.ä.) in die Erde gesteckt und umgebogen,
so daß ein Tunnel- oder Igluförmiges Gerüst entsteht.
Darüber eine Plane legen und dann eventuell isolieren. Paletten sorgen
für einen trockenen Fußboden.
Barrikaden: wenn die Räumung anfängt, zählt jede
Sekunde, um rechtzeitig auf Deinen Baum klettern oder im Tunnel
verschwinden zu können. Daher Barrikaden auf der Straße oder im
Zugang zum Camp errichten. Ein Graben ist hilfreich, wenn er sehr breit
ist. Bei Barrikaden müssen erst einmal Bagger oder Planierraupen
herangebracht werden, bevor die Hebebühne o.ä. zum Einsatz kommen
können. Bei Gräben den Aushub nicht zu nah am Graben ablagern,
ansonsten wird er einfach vom Bagger wieder hineingeschoben. Lieber 30 m
hinter dem Graben einen Wall damit bauen.
Barrikaden können aus fast allem gebaut werden - Baumstämme,
Gerüststangen, Metallplatten, Steine, ausrangierte Autos. Gut geeignet
sind Gerüststangen o.ä. Metallstangen, die in einem Winkel von 45
Grad aus der Barrikade herrausragen, da nur Planierraupen dagegen schieben
können. Stahlseile entlang der ganzen Barrikade einbauen, damit nicht
einfach nur ein Teil der Barrikade geräumt werden kann. Spanische
Reiter können auch sehr effektiv wirken - Gerüststangen
zusammenschellen und -schweißen. Gute Fundamente gießen.
Strategisch plazierte Lock-ons (Anschlußvorrichtungen) können
den Weg für Schwermaschinen behindern, was viel Zeit gewinnen
kann.
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