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Straßenparties sind in GB sehr populär
geworden (allerdings nicht bei der Polizei und den PolitikerInnen). Es
bringt Leute aus fast allen Bewegungen zusammen. Straßenparties
beleben oft die Gemeinschaften wieder, die der Autokultur zum Opfer
gefallen sind. Daher Reclaim The Streets - die Straßen
wiedererobern.
Um erfolgreich zu sein und nicht am heftigen Polizeiaufgebot zu scheitern,
müssen Straßenparties recht gut organisiert sein! In GB haben
wir bei der Planung oft 7 Gruppen gebildet, die bestimmte Aufgaben
ausführen:
Die Wo?-Gruppe: nur wenige Leute sollen wissen, wo die Party
stattfinden wird. Je weniger, desto geringer die Chance, daß die
Polizei es mitkriegt. Meistens haben wir Straßen ausgesucht, die
zentral gelegen sind, für den Autoverkehr wichtig, allerdings mit
Umleitungsmöglichkeiten. Es sollte auch den ÖPNV nicht zu sehr
stören. Die Partystraße bleibt geheim, bis die Blockade
errichtet ist. Die Blockadegruppen: Die BGs sind dafür zuständig,
jeweils einen Teil der Blockade zu errichten. Nur eineR in jeder Gruppe
weiß, wo die Party stattfinden wird. Die BGs müssen nicht
wissen, was andere BGs machen, müssen aber die Materialien
zusammentragen und aufbewahren. Blockaden können u.a. durch Tripods
(Dreibeiner), Scheinunfälle, Critical Mass, Straßentheater
gebildet werden. Hauptsache ist, daß die Blockaden sehr schnell und
zu einem unerwarteten Zeitpunkt errichtet werden.
Blockadeunterstützungsgruppen: auf ein Signal der BGs bewegen
sich die BUGs schnell zum Ort der Blockade und unterstützen die
Barrikaden, bis die Feiernden ankommen. Die BUGs werden oft von der Polizei
beobachtet.
VerkehrsumleiterInnen: leiten den Verkehr um, bis die Polizei kommt.
Sie erklären AutofahrerInnen, was los ist, warum und laden sie ein zum
Mitmachen!
WegweiserInnen: Wenn die Blockade errichtet ist, geht es darum, die
Feiernden so schnell wie möglich dort hinzubringen (d.h. bevor die
Polizei ankommt). Sammelpunkt sollte ein großes Areal sein, von dem
die Leute schnell zum Partyort gelangen können. Der Ort wird in
letzter Minute bekanntgegeben, z.B. alle sollten den Leuten mit den roten
Mützen folgen. Am besten geht die Menge auf verschiedenen Wegen zur
Party, da die Polizei den Weg ja so gerne versperren würde.
PressesprecherInnen: wie gewöhnlich. Natürlich nicht die
Straße bekanntgeben, die blockiert werden soll.
PolizeisprecherInnen: Nach unseren bisherigen Erfahrungen beruhigt
sich die Polizei ein bißchen, wenn wir sie aufklären, daß
wir z.B. bis 16.00Uhr die Straße verlassen werden, alle unsere
Blockaden abbauen und unsere Abfälle einsammeln. Es ist für sie
einfacher, 4 Stunden abzuwarten, als eine Krawallsituation auszulösen.
Natürlich nicht um Erlaubnis fragen, sondern einfach informieren. (Das
hat sich auch hier in Deutschland bewährt (Nürnberg 1997)). Die
Straßenparty ist unser Raum, nicht der der Polizei! Es hilft auch,
eine Möglichkeit zum Weiterfeiern nach der Straßenparty
anzubieten (einen Klub überreden, früher aufzumachen? ein leeres
Lagerhaus? ) und den Feiernden zu sagen, daß Ihr das so organisiert
habt und nicht die Polizei. Die Polizei wagt sich oft am Ende mit ihren
Schlagstöcken ran, wenn nicht mehr so viele Leute da sind, nur um der
Presse sagen zu können, daß es zu „gewalttätigen
Ausschreitungen“ kam. Daher ist es ratsam, mit allen Leuten
geschlossen zu den anderen (legalen) Parties zu gehen.
Sonstiges:
Handys sind unentbehrlich für die Blockade- und
Blockadeunterstützungsgruppen. Natürlich nichts am Telefon
über den Ort der Party sagen, oder einen Code benutzen (Stelle X).
Flugis an FußgängerInnen und AutofahrerInnen verteilen.
Es kommt öfter mal vor, daß AutofahrerInnen ihre Autos stehen
lassen und mitmachen.
Party: Beispiele sind: Bäume in die Straße pflanzen
(unter Deckung), (Sand)Buddelkiste, Straßenverschönerung,
Info-Laden, Café, Essen (Eintopf), Theater, Musik. (Das alles
braucht Zeit zum Vorbereiten!)
Denkt an die Nachbarn - Lärm und Vandalismus usw.
Wie wollt Ihr die Straße zurücklassen? Unbefahrbar?
Unpassierbar? Pieksauber? Oder Dosenfriedhof?
Andere Ideen:
Radwege selber malen!
Autobouncing: Auf Radwegen und Fußwegen geparkte Autos mit 10
Leuten runterheben oder bouncen?
Carwalking: einfach über störende Autos rüberlaufen!
Z.B. Autos, die auf dem Bürgersteig geparkt sind.
Streetwalking: Auf der Straße laufen. Was könnte
natürlicher sein, als in der Stadt spazierengehen?
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